ACS Delegiertenversammlung

Delegiertenversammlung

Gestärkt in die Zukunft

Das sonnige Wetter über dem Vierwaldstättersee passte zur Gemütslage an der ACS-Delegiertenversammlung im Konferenzzentrum des Verkehrshauses in Luzern.

Die Stimmung in der Clubleitung unter der Führung von Nationalrat Thomas Hurter und bei den 17 anwesenden Sektionen, die ihr Stimmrecht mit 57 Delegierten wahrnahmen, war sehr positiv geprägt. Der ACS mit seinen 103 035 Mitgliedern (Stand 1. Mai 2018) bewegt sich unter der neuen Führung in ganz vielen Bereichen wieder in deutlich ruhigeren Gewässern. Man schaut nach vorne: Der 120 Jahre alte Automobil Club der Schweiz will seine Strukturen und sein Angebot fit für die Zukunft machen und weiter wachsen. «Das Clubjahr 2017 war geprägt von unseren neuen Partnerschaften mit der Allianz Global Assistance und Botschafter Tom Lüthi», blickte Hurter zurück. Ein dickes präsidiales Lob an die Adresse der Zentralverwaltung in Bern mit Generalsekretär Fabien Produit an vorderster Front, «die wieder sehr gut aufgestellt ist und einen tollen Job macht.» Auch im Direktionskomitee gebe es viele spannende Diskussionen. Wichtige Themen, die man aufgegriffen habe, seien unter anderem die CO2-Problematik, das Mobility Pricing und Tempo 30. Der ACS wolle sich weiterhin an vorderster Front mit maximalem Engagement für die Interessen seiner Mitglieder einsetzen.

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Thomas Hurter

Generalsekretär Fabien Produit durfte den Delegierten eine erfreuliche Jahresrechnung 2017 präsentieren. Diese schliesst mit einem respektablen Gewinn ab. Das tolle Ergebnis sei das Resultat einer umfassenden und konsequenten Kostenkontrolle, betonten die Verantwortlichen. Nach Jahren grosser Marketingaktivitäten und unvorhergesehener Ereignisse stand das letzte Jahr im Zeichen der Beruhigung und Konsolidierung. In diesem Zusammenhang seien gewisse Aktivitäten freiwillig gestoppt oder reduziert worden. Zum positiven Ergebnis trug ebenso ein tieferer Personalaufwand bei. Folglich bleiben die ACS-Mitgliederbeiträge mit zentraler Regelung für 2019 unverändert.

Als Vertreter der italienischsprachigen Schweiz wurde Simone Gianini ins Direktionskomitee gewählt. Der 42-jährige Verkehrspolitiker ist Rechtsanwalt und Notar in Bellinzona und Präsident der regionalen Transportkommission. Ebenfalls neu dem ACS-Führungsgremium gehört der Basler Daniel Seiler an. Der 49-jährige Betriebsökonom HVW/FH ist Vorstandsmitglied des ACS Sektion beider Basel und Vizepräsident der Basler FDP. Seiler ersetzt Lorenz Imhof. Damit setzt sich das ACS-Direktionskomitee wie folgt zusammen: Zentralpräsident Thomas Hurter (bisher), Vize-Zentralpräsident Julien Broquet (bisher), Ruth Enzler Denzler (Sektion Zürich, bisher), René Desbaillets (Sektion Genf, bisher), Peter Hirn (Sektion St. Gallen-Appenzell, bisher), Beat Studer (Sektion Schwyz-Uri, bisher), Simone Gianini (Sektion Tessin, neu) und Daniel Seiler (Sektion beider Basel, neu). Neu in die Geschäftsprüfungsstelle gewählt wurde Olivier Hertzeisen (Sektion Les Rangiers).

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Den Abschluss der Delegiertenversammlung machte das Interview mit dem ACS-Botschafter Tom Lüthi. Der erste Schweizer Pilot in der MotoGP sei trotz seiner Erfolge «ein sehr bodenständiger und sympathischer Typ geblieben», attestierte ihm Zentralpräsident Thomas Hurter. Der 31-jährige Emmentaler erzählte von seiner frühen Begeisterung für den Motorradsport, welche ihm durch seinen Vater in die Wiege gelegt wurde. Und von seiner erfolgreichen Zeit in der Moto2-Klasse, die mit dem Weltmeistertitel 2005 im Alter von 19 Jahren schon früh gekrönt wurde. «Natürlich bin ich mit dem bisherigen Saisonverlauf in der MotoGP nicht zufrieden», gab der Berner offenherzig zu. Allerdings sei es ihm schon vorher bewusst gewesen, dass die erste Phase schwierig werden würde. «Jetzt ist Geduld gefragt. Grosse Schritte gibt es auf diesem Niveau keine mehr. Ich muss mich an jedem auch noch so kleinen Schritt vorwärts weiter motivieren», sagte Lüthi.

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Auf seine zahlreichen Stürze angesprochen, meinte der Oberdiessbacher: «Wichtig ist es, die Ursachen zu kennen, welche dazu geführt haben. Nur dann kann man es akzeptieren und verarbeiten.» Natürlich weiss auch Lüthi, dass er baldmöglichst aus seiner Baisse herausfinden muss, damit er seinen Startplatz in der MotoGP behalten kann. «Aber ich will nicht zu weit nach vorne schauen, denn für mich zählt immer nur das nächste Rennen», betonte der ACS-Botschafter. Er befinde sich nach wie vor in einer Lernphase. Die 280 PS einer 160 bis 170 Kilogramm leichten MotoGP-Maschine gelte es zu beherrschen. Dazu kommen die grossen Unterschiede bei den Pneus zwischen der Moto2 (Dunlop) und der MotoGP (Michelin) und die Tatsache, dass in der MotoGP viel mehr Elektronik abgestimmt werden müsse. Auf die Frage von Thomas Hurter, ob der Motorsport in der Schweiz ausreichend gefördert werde, meinte Lüthi: «Da kann ich nur für mich sprechen. Mein Talent wurde einzig durch meine Familie und mein enges Umfeld gefördert. Hier gäbe es in der Schweiz sicher noch einiges Verbesserungspotenzial.» Deshalb freue er sich auch über das Engagement des ACS. «Wir passen zusammen! Der ACS unterstützt den Schweizer Motorsport auf vielen Ebenen. Zudem bin ich viel auf Reisen – oftmals auch im Auto. Da ist es gut zu wissen, dass ich auch hier einen zuverlässigen Partner habe.» Auf die abschliessende Frage, was er sich denn wünschen würde, meinte Tom Lüthi mit einem breiten Lachen: «Ein bisschen mehr Grip (Bodenhaftung der Pneus, die Red.) bei den Rennen wäre toll!».

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Bei einer Autogrammstunde mit Tom Lüthi und einem Apéro liessen die Delegierten den Nachmittag ausklingen.

Bilder: Clément Maignant

Autor: Markus Rutishauser

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