88. Internationaler Automobil-Salon Genf

Im Zeichen des Wandels

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Mit 660‘000 Eintritten verzeichnet der 88. Internationale Automobil-Salon Genf einen Besucherrückgang von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Faszination bleibt aber ungebrochen. Im Fokus standen alternative Antriebe und die Zukunft der traditionellen Automesse.

„Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden, insbesondere angesichts des eher unattraktiven wirtschaftlichen Klimas und der oft feindlichen Haltung gegenüber der Automobilindustrie von Seiten der Medien und Politik,“ hebt Maurice Turrettini, Präsident des Genfer Automobilsalons, seine Gemütslage hervor. Sehr zufrieden zeigten sich auch die Aussteller, denn vier von zehn Messebesuchern erklärten, dass sie in den nächsten zwei Jahren ein Auto kaufen wollen. Und Generaldirektor André Hefti fügte hinzu: „Die Show ist auch bei den jungen Leuten beliebt. Rund ein Drittel der Besucher ist zwischen 15 und 29 Jahre alt.“

Auch wenn auf den ersten Blick – trotz namhaften Absenzen wie Opel und Cadillac/Chevrolet – alles in Ordnung scheint, haben die Organisatoren die Zeichen des Wandels erkannt. Klassische Automessen sind wohl ein Auslaufmodell, denn das Publikum und die Presse können sich in den sozialen Netzwerken schon lange vor dem Ausstellungsbeginn über die Neuheiten informieren. Dazu verbandeln sich die Autohersteller immer mehr mit anderen Formaten wie beispielsweise der CES (Consumer Electronic Show) in Las Vegas oder setzen auf eigene spektakuläre Veranstaltungen, wo sie die Aufmerksamkeit nicht mit anderen teilen müssen. So stellte Volkswagen die 3. Generation des Touareg nicht etwa am Genfer Salon vor, sondern tat dies in der Woche darauf am 23. März anlässlich eines Presseworkshops in Peking. Im Vorfeld des diesjährigen Autosalons kündigte der Genfer Generaldirektor die geplante Zusammenarbeit mit der IFA (Internationale Funk-Ausstellung) in Berlin an. So will man analog der CES in Las Vegas auch am Lac Léman eine Brücke zwischen den Autoherstellern und der Elektronikindustrie bauen.

Während primär aus Kostengründen einige namhafte Hersteller in diesem Jahr nicht nach Genf kamen oder ihre Standflächen redimensionierten, waren andere wie etwa Mercedes besonders präsent. Die Stuttgarter zeigten gleich eine ganze Palette an spektakulären Neuheiten wie die neue A-Klasse oder den viertürigen AMG-GT. Andere nützten das grelle Scheinwerferlicht im Palexpo, um ihre Zukunftspläne ins richtige Licht zu rücken. Allen voran Hersteller Volkswagen, der seine Ambitionen im Bereich der Elektromobilität dick unterstrich. Die Wolfsburger präsentierten in Genf mit dem I.D. Vizzion Concept ihre Vorstellungen eines Luxus-Stromers. Die Oberklasse-Limousine dürfte voraussichtlich in vier bis fünf Jahren als viertes Mitglied der I.D.-Familie nach dem kompakten I.D. und I.D. Cross (beide 2020) sowie dem I.D. Buzz (Elektro-Bus, ab 2022) auf den Markt kommen.

Trotz der omnipräsenten Elektro-Euphorie betonte Frank Welsch, Mitglied des VW-Markenvorstandes und verantwortlich für den Bereich „Technische Entwicklung“, dass „der Dieselmotor noch längst nicht tot ist“. Mit den Selbstzündern der neuesten Generation erfülle man selbst die verschärften Abgasvorschriften und der Diesel sei für Langstrecken nach wie vor die ökonomisch sinnvollste Motorisierung. „Aktuell ist die Elektromobilität erst reif für den urbanen Verkehr,“ betonte Welsch gegenüber unserem Magazin. Im Kleinwagensegment sieht er keine Zukunft mehr für den Diesel. Deshalb hat VW u.a. die Entwicklung des eigentlich für dieses Jahr geplanten kleinen Diesels für den Polo sistiert. Und zum autonomen Fahren meinte der 53-jährige Kölner: „Das kommt bestimmt. Aber es dauert noch mindestens zehn bis fünfzehn Jahre, weil dieses Thema extrem komplex ist und wir noch längst nicht alle Probleme gelöst haben.“

Der 89. Internationale Automobil-Salon Genf findet vom 7. bis 17. März 2019 statt. Wahrscheinlich wieder mit Opel-Produkten, denn dessen Chef Michael Lohscheller verriet dem ACS beim Nachtessen, dass er sich eine Rückkehr an den Genfer Autosalon im nächsten Jahr absolut vorstellen kann.

Bilder: Clément Maignant

Autor: Markus Rutishauser

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