Schulbeginn

Verkehrssicherheit

Kinder werden leicht abgelenkt

Lebendig, verspielt, neugierig – Kinder sind voller Fantasie und lassen sich für so viele kleine und neue Dinge begeistern. Dadurch werden sie leicht abgelenkt, auch wenn sie zur Schule oder in der Freizeit unterwegs sind.

Dass Kinder bis zehn Jahre Gefahren des Strassenverkehrs kaum erkennen, Geschwindigkeiten und Distanzen nicht einschätzen können, vergessen wir Erwachsenen leicht. Zum Schulbeginn im August werden erneut rund 80 000 Kinder zum ersten Mal den Schulweg alleine unter die Füsse nehmen und sind deshalb ganz besonders darauf angewiesen, dass sich die Erwachsenen richtig verhalten und Fahrzeuglenkende mit Rücksicht unterwegs sind. Als grösstes Unfallrisiko gelten die kognitiven Fähigkeiten von Kindern. Erst wenn diese entwickelt sind, können motorische und sensorische Fähigkeiten im Sinne der Verkehrssicherheit korrekt eingesetzt werden (Quelle: bfu Sicherheitsdossier Nr. 16). Zu den kognitiven Fähigkeiten zählen unter anderem die Aufmerksamkeit und die Wahrnehmung. Bis ungefähr zehn Jahre ist es also für Kinder besonders schwierig, sich im Verkehrsraum möglichst gefahrenfrei zu bewegen. Damit ihnen dies gelingt, sind sie auch auf die Unterstützung der Erwachsenen angewiesen. Mit dem Verkehrsunterricht der Polizei in Schule und Kindergarten werden die elementaren Grundlagen für die Benutzung der Gehwege und das korrekte Überqueren einer Fahrbahn gelehrt. Die Kinder üben das bewährte «warte, luege, lose, laufe» lernen über die Strasse zu gehen und nicht zu rennen und sie wissen, wie wichtig das Tragen des Leuchtgürtels ist, damit sie von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen werden.

Erwachsene müssen Vorbilder sein

Damit dieses Erlernte sich bei den Kindern positiv verankern kann, müssen wir Erwachsenen mit gutem Beispiel vorangehen. Gerade weil die Entwicklung von Kindern bis zum 10. Lebensjahr nicht abgeschlossen ist, ist das Kopieren des Verhaltens von erwachsenen Menschen ganz normal. Dabei wird aber leider nicht nur das richtige Verhalten imitiert. Als Eltern, Grosseltern und andere Betreuungspersonen sollten wir also immer darauf achten, ein Vorbild für unsere Kinder zu sein. Zum Beispiel wenn das Tram gerade im Begriff ist, die Türen zu schliessen und weiterzufahren: niemals mit dem Kind an der Hand über die Strasse zur Haltestelle rennen. Kinder können nicht unterscheiden, warum Erwachsene dies tun dürfen und sie selber nicht. Sich die Zeit nehmen und korrekt die Fahrbahn am richtigen Ort überqueren ist eine hervorragende Übung für das Kind, und als Erwachsener sind Sie ein perfektes Beispiel für andere! Machen Sie den Test und beobachten Sie einfach mal, wie die Umwelt reagiert, wenn Sie sich bewusst richtig verhalten. Ganz bestimmt lassen sich viele andere Verkehrsteilnehmer dazu motivieren, sich ebenfalls wie ein Vorbild zu verhalten.

Vor gefährlichen Situationen schützen

Auch der Individualverkehr hat eine wichtige Aufgabe. Ob auf zwei oder vier Rädern, in jedem Fall müssen Kinder im Strassenverkehr vor gefährlichen Situationen geschützt werden. Sind Kinder auf dem Gehweg unterwegs, heisst es Obacht! Geschwindigkeit anpassen, Bremsbereitschaft einnehmen und achtsam fahren. Kinder sind durch ihre kognitive Entwicklung einfach nicht in der Lage, den Verkehrsraum zu überblicken und Gefahren zu erkennen. Gerade in Gruppen entwickelt sich eine Dynamik, die, gebündelt mit Neugier und Abenteuerlust, leicht zu Ablenkung und brüskem Verhalten führen kann. Die meisten Unfälle mit Kindern im Strassenverkehr ereignen sich abseits der Fussgängerstreifen. So zeigen es die Unfallstatistiken. Man kann also davon ausgehen, dass Fahrzeuglenkende heute stark für die Gefahren am Fussgängerstreifen sensibilisiert sind, jedoch nicht für andere Orte im Verkehrsraum von Kindern.

Wir Erwachsenen haben also eine wichtige Aufgabe, wenn es um Kinder im Strassenverkehr geht. Vorbild sein, Rücksicht nehmen, aber auch selber aktiv werden. Auf der Webseite des ACS www.acs.ch finden Sie eine Auswahl an interessanten, kostenlosen Lernmitteln, um mit Ihren Kindern die Gefahren des Strassenverkehrs zu entdecken und das richtige Verhalten zu üben.

Der ACS wünscht allen Schulkindern einen guten Start ins neue Schuljahr!

Bild: bfu

Autor: Anita Brechtbühl

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