Rechtsvorbeifahren auf Autobahnen und Autostrassen

Motion im Parlament

Rechtsvorbeifahren auf Autobahnen und Autostrassen erlauben

Kennen Sie das? Sie fahren auf der Autobahn. Die linke Fahrspur ist dicht befahren und wird nicht freigegeben, obwohl auf der rechten Spur kein Auto fährt. Eine Situation, wie sie auf unseren Autobahnen leider sehr oft anzutreffen ist. Ganz besonders auf Autobahnabschnitten mit drei Spuren, wo die Fahrspur ganz rechts meistens praktisch gar nicht genutzt wird. Eigentlich ist konstantes Fahren auf der linken Spur nicht erlaubt, diese soll ja ausschliesslich als Überholspur dienen. Lieder bewährt sich aber die Praxis der Bestrafung der notorischen Linksfahrer kaum, wie entsprechende Auswertungen immer wieder zeigen.

Dass unsere Autobahnen je länger, je mehr überlastet sind, ist kein Geheimnis. Seit Jahren steigen die jährlichen Staustunden kontinuierlich – z.B. von 20‘000 im Jahr 2012 auf über 24‘000 im Jahr 2016. Eine Kehrtwende ist nicht in Sicht, ganz im Gegenteil. Also sind, neben dem Ausbau der Infrastruktur, kreative Lösungen gefragt, um schnell und unkompliziert eine verbesserte Nutzung der vorhandenen Kapazitäten zu erzielen.

Mit der Möglichkeit auf Autobahnen Rechtsvorbeifahren zuzulassen, kann die Bewirtschaftung optimiert werden. Im März 2013 habe ich im Nationalrat, nach 2010 bereits zum zweiten Mal, eine Motion eingereicht, um genau das zu erwirken. Der Bundesrat argumentierte damals damit, dass in ganz Kontinentaleuropa das Rechtsüberholen verboten sei und sich diese wichtige Verkehrsregel in allen europäischen Staaten bewährt habe. Aus Sicherheitsüberlegungen sei die Motion abzulehnen. Die Mehrheit des Parlaments folgte diesen Argumenten und lehnte die Motion ab.

Umso erfreulicher ist es, dass der Bundesrat Anfang November beschlossen hat, dem Parlament die Motion «Rechtsvorbeifahren auf Autobahnen und Autostrassen erlauben» zur Annahme zu empfehlen. Mit dem entsprechenden Vorstoss vom 18. September 2017 von Thierry Burkart, dem Vizepräsidententen des TCS Schweiz, wurde diese Idee neu lanciert. Der ACS freut sich sehr, dass der Bundesrat jetzt die Zeichen der Zeit erkannt hat und mit seiner Empfehlung zur Annahme der Motion den heutigen Gegebenheiten Rechnung trägt.

Der ACS wird sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass dieses Anliegen im dritten Anlauf im Parlament eine Mehrheit findet und so die vorhandenen Kapazitäten unserer Autobahnen besser genutzt werden können.

thomas hurter

Thomas Hurter
Zentralpräsident
Automobil Club der Schweiz

Autor: Thomas Hurter

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