Packen der Koffer

Expertentipp

Sicher packen mit Köpfchen

Das Packen der Koffer für die lang ersehnten Ferien wird in den meisten Familien nicht selten zu einer hektischen Angelegenheit. Diese Schuhe müssen noch mit, jenes Sportgerät braucht noch seinen Platz. Am Ende ist der Kofferraum bis oben voll. Und keiner findet mehr etwas.

Packen mit System hilft, den Überblick zu behalten. Und macht das Fahren sicherer. Dinge, die man für die Fahrt unbedingt braucht, gehören in eine Handtasche oder einen kleinen Rucksack: Pässe, Tickets, Medikamente, Reiseproviant. In eine zweite kleine Reisetasche kommen die Dinge, die man unterwegs brauchen könnte: Wäsche oder T-Shirts zum Wechseln, Waschsachen, Kleidung für eine Übernachtung. Diese Tasche wird so verstaut, dass man leicht an sie herankommt.

Das übrige Gepäck sollte man, wenn möglich, schon am Tag vor der Abreise packen – und zuvor einen Abstecher zur nächsten Tankstelle einplanen. Volltanken, Ölstand und Scheibenwaschwasser prüfen und bei Bedarf nachfüllen. «Bei voller Beladung muss der Reifendruck erhöht werden», raten die Experten des ACS. Welche Werte genau für Ihr Fahrzeug gelten, steht in der Betriebsanleitung oder im Deckel der Tankklappe. Mit voller Ladung lautet die Faustregel: zwischen 2,5 und 2,8 bar.

In den meisten Reiseländern muss eine Warnweste getragen werden, wenn man bei einer Panne das Auto verlässt. Sie muss vor Verlassen des Fahrzeugs angezogen werden. Die Westen gehören deshalb nicht in den Kofferraum, sondern unter die Sitze.

Gut zugänglich sollten auch Warndreieck und Verbandskasten verstaut werden – am besten im Innenraum, aber natürlich nicht auf der Heckablage. Denn bei der ersten Vollbremsung wird aus dem Sicherheitszubehör ein gefährliches Geschoss.

Umherfliegendes Gepäck bei einer scharfen Bremsung, erst recht aber bei einem Unfall, ist extrem gefährlich. Schwere Gegenstände gehören ganz nach unten und direkt an die Stirnwand des Kofferraums hinter die Rücksitze. «Damit sind sie auf jeden Fall vor der Hinterachse und damit im günstigsten Schwerpunktbereich untergebracht », betonen die Experten des ACS. Kommt es zu einem Aufprall mit 50 km/h, werden aus einem Gepäckstück von 14 Kilogramm beinahe 1,5 Tonnen, die einschlagen. Ein gut gepackter kleiner Rollkoffer erreicht dieses Gewicht und muss deshalb weit unten verladen werden. Auf keinen Fall so verstauen, dass er über die Rückenlehnen nach vorne rutschen kann.

In die oberste Lage gehören weiche, leichte Gegenstände, also in erster Linie Kleidung, Decken oder Schlafsäcke. Trotzdem gilt: Werden Kombis oder Minivans dachhoch beladen, muss auf jeden Fall ein Trennnetz oder ein Trenngitter gespannt werden. Die praktischen, in der Rücklehne integrierten Netze stehen in ihrem Sicherheitspotenzial den Gittern in der Regel in nichts nach.

Wenn ein Kombi nicht über ein Sicherungsnetz oder Gitter verfügt, sollte die Ladung nie über die Oberkante der Rücklehne hinausragen. Einzelne schwere Gegenstände stehen auch besser nicht an der Trennstelle getrennt umlegbarer Rücksitze. «Das gilt auch für Limousinen, bei denen die Rücksitzlehnen zum einfachen Durchladen nach vorn klappbar sind», so die ACS-Experten.

Nicht nur grosse und schwere Gegenstände können schon bei heftigem Bremsen Unheil anrichten. «Das Gleiche gilt für kleine Teile», warnen die ACS-Experten. Federballschläger, Taucherbrille, Luftpumpe und andere Dinge sind am besten in einer Tasche oder einem Karton aufgehoben.

Ist der Gepäckraum auf der Urlaubsfahrt ausnahmsweise nicht ganz ausgefüllt, sollten einzelne Gepäckstücke oder Einkaufskörbe stets bis zur Lehne des Rücksitzes oder der Trennwand nach vorn geschoben werden. Das verhindert, dass die Ladung beim scharfen Bremsen oder einem Unfall auch noch Schwung holen kann. Viele Kombis und Vans verfügen über Ösen im Laderaum. In sie lassen sich Sicherungsgurte einhängen, die am besten kreuzweise über die Ladung gezogen werden. Besonders sorgfältige Packer legen vorher noch eine Decke oder ein Netz über das Gepäck. Zum Verzurren selbst aber nur geeignete Spanngurte verwenden.

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Bild: Pixelio.de

Autor: Klaus Justen

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