Autofahrten planen

Stressfrei in die Ferien

Die Ferien stehen vor der Tür, die Erholung ist zum Greifen nah und nichts kann die Vorfreude auf die wohl verdiente Auszeit trüben. Wenn da nicht die anstrengende Anreise wäre…

Wie schön könnte es sein, bereits den Tag der Anfahrt im Urlaubsfeeling zu erleben, sich mitten auf der Asphaltspur die kommenden Erlebnisse in den Bergen, am Strand oder in der Stadt auszumalen? Das kann nur gelingen, wenn die To-Do-Liste für Reisevorkehrungen vollständig abgehakt ist und nicht länger im Kopf umhergeistert. Wenn Sie gut gerüstet aufbrechen, sinkt das Stresslevel und gibt Kapazitäten frei, sich maximal auf den Verkehr zu konzentrieren.

Der ACS wünscht Ihnen allzeit gute Fahrt. Diese nützlichen Tipps helfen bei der Reiseplanung.

Vor der Abreise

Zeitplanung

Fährt man in Etappen oder ist es besser, die Strecke am Stück zu absolvieren? In die Überlegung spielen folgende Fragen rein: Reise ich mit Kindern oder mit Haustieren? Wie hoch ist der Aufwand, einen Zwischenstopp ggf. in einem Transitland einzulegen? Planen Sie die Fahrzeit besser nicht zu knapp, denn eine zehnminütige Pause alle zwei Stunden tut der Konzentrationsfähigkeit und dem Körper gut. Ausserdem sind im Sommer sehr viel mehr Reisende auf den Strassen unterwegs als ausserhalb der Saison. Eine Stunde Puffer für Stau ist bei einer Strecke von mehreren hundert Kilometern realistisch.

Fahrzeugcheck

Lange Fahrten beanspruchen den Wagen. Wer im Ausland eine Panne hat, kann wohl mit dem ACS-Service fest rechnen. Doch besser, Sie kommen problemfrei in die Ferien. Prüfen Sie vor der Abreise: Lichter, Reifendruck und -profil, Ölstand, Bremsen, Scheibenwischerflüssigkeit, Kühlmittel.

Der Tag vor der Abreise

Klären Sie zur Sicherheit den Strassenzustand (Baustellen, Umleitungen, Sperrungen) und das Verkehrsaufkommen. Wie sind die Wetterprognosen? Soll es besonders heiss werden, lohnt eventuell die Abfahrt eine Stunde früher. Gönnen Sie sich auch reichlich Schlaf.

On the road

Konzentration

Ist mehr als ein Lenker im Auto, sprechen Sie ab, wer fährt und wann gewechselt wird. Wer ausgeruht am Steuer sitzt, fährt sicherer. Mit regelmässigen Pausen alle 2 Stunden sorgen Sie für einen klaren Kopf. Wenn nötig, kann auch ein Power-Nap von 15 Minuten nützlich sein.

Versorgung

Trinken Sie genügend (kein Alkohol) und essen Sie regelmässig. Der mitgeführte Vorrat sollte auch für 2 Extrastunden im Stau vorhalten. Stellen Sie die Klimaanlage nicht kühler als 21-22°C.

Nutzung Navigationsgerät

Inzwischen nutzt sie fast jeder: Navigationsgeräte erleichtern die Planung der Reiseroute vor und während der Fahrt. Sie erlauben Fahrzeuglenkern eine vorausschauende Fahrweise. Denken Sie daran, vor Abreise ein Update vorzunehmen. Für mobile Navigationsgeräte gelten folgende Bestimmungen:

Mit Artikel 71 der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge VTS (https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19950165/index.html#fn-#a71-4) wird verlangt, dass der Fahrzeugführer bzw. die Fahrzeugfahrerin, bei einer Augenhöhe von 0.75m über der Sitzfläche, die Fahrbahn ausserhalb eines Halbkreises von 12.0 m Radius frei überblicken kann.(ff)

Entsprechend des Artikels werden Navigationsgeräte an der Frontscheibe von Fahrzeugen toleriert, sofern sie die Grösse einer Postkarte (A6) nicht überschreiten. Denn inzwischen ist der verkehrssicherheitsrelevante Aspekt von Navigationsgeräten anerkannt. Eine Ordnungsbusse kann dennoch ausgesprochen werden, wenn das Navigationsgerät zu gross ist oder mitten im freien Sichtfeld an der Frontscheibe angebracht wird.

Anders als bei gedruckten Strassenkarten, kann das Navigationsgerät dem/er Lenker/in per Sprachausgabe alle Richtungswechsel angeben. Der Fahrer kann somit den Blick ohne Unterbrechung auf das Verkehrsgeschehen richten. Der ACS empfiehlt grundsätzlich das Fahren mit Unterstützung durch ein Naviationsystem, da es zum fliessenden Verkehr beiträgt.

Unterwegs in Europa

Andere Länder, andere Sitten. Das gilt auch für Vorschriften im Strassenverkehr.

Obligatorische Fahrzeugausrüstung

CH-Kleber: überall erforderlich, gut sichtbar am Heck sowie am Anhänger. Bestellen Sie die ablös- und wiederverwendbaren CH-Kleber in unserem ACS-Shop unter http://shop.acs.ch/

Pannendreieck: Albanien, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern.

Autoapotheke: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Estland, Griechenland, Kroatien, Lettland, Litauen, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Österreich, Rumänien, Serbien, Slowakei, Spanien, Tschechien, Ungarn.
Leuchtweste: Belgien, Bulgarien, Finnland, Frankreich, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Österreich, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn).

Feuerlöscher: Bulgarien, Estland, Griechenland, Lettland, Litauen, Moldawien, Polen, Rumänien.

Bitte beachten Sie, dass jedes Land zudem eigene Vorgaben zur Fahrzeugausstattung definiert. Diese können Sie in einer Zusammenfassung nachlesen unter: http://www.acs.ch/ch-de/reisen-freizeit/international/

Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen

  • Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich: 130 km/h.
  • Spanien: 120 km/h
  • Grossbritannien: 112 km/h (70 Meilen).

Promillegrenze

  • 0,0 bis 0,8 Promille Höchstwerte in allen Ländern
  • 0,5 Promille in Deutschland, Frankreich und Italien
  • Unter 0,5 Promille in Österreich
  • 0,8 Promille in Liechtenstein

Zollfreie Einfuhr in die Schweiz

Pro Person und Tag dürfen eingeführt werden:

  • Waren bis zum Wert von CHF 300.–
  • Alkohol: bis 18 Vol.-% = 5 Liter, über 18 Vol.-% = 1 Liter
  • Fleisch: 1 Kilo
  • Zigaretten: 250 Stück

Massgebend ist der Wert aller Waren, also inkl. Alkohol, Fleisch und Tabakwaren.
Werden CHF 300.– überschritten, ist auf dem Gesamtwert der Waren die Mehrwertsteuer zu entrichten.

Autor: Anita Brechtbühl

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