Suisse Caravan Salon 2016

SUISSE CARAVAN SALON

Das sind die aktuellen Trends

Es ist wieder Zeit für den Suisse Caravan Salon in Bern. Dieser findet vom 27. bis 30. Oktober 2016 in der BERNEXPO statt. Die Händler investieren viel Herzblut in die wichtigste Messe der Branche, die boomt und sich vom einstigen Campen entfernt.

Mit 3051 Einheiten wurden 2015 so viele Reisemobile wie nie zuvor neu zugelassen, und per August 2016 mit +12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geht es weiter aufwärts, im Jahr 2000 waren es total 930 Fahrzeuge. Seit 2007 werden in der Schweiz mehr motorisierte Campingfahrzeuge als Wohnanhänger gekauft. Was aber nicht den Untergang der Wohnwagenkultur bedeutet. Der Bestand an Wohnanhängern stagniert einfach seit 20 Jahren bei rund 35‘000 Einheiten, während dieser bei den Reisemobilen kontinuierlich steigt und Ende 2015 bei über 50‘000 Fahrzeugen lag.

Wohin geht der Trend?

Junge Familien bevorzugen nach wie vor das Gespann-Prinzip, weil Kinder gerne an einem Ort bleiben wollen, um Freundschaften zu knüpfen. Mit Sightseeing haben sie es noch nicht so. Beispielhaft der neue Camper – das ist seine Modellbezeichnung – von Dethleffs, wo selbst die Stockbetten mit ergonomischen EvoPoreHRC Matratzen ausgestattet sind.

Neu machen sich sowohl in den Wohnwagen als auch in den Motorhomes sogenannte Lounges statt der konventionellen Dinette breit. Dank dem schwachen Euro rücken Campingfahrzeuge für Konsumenten in Reichweite, die bislang eher Pauschalreisen gebucht haben. Bei den motorisierten Behausungen geht der Trend in zwei verschiedene Richtungen: einerseits hin zu kompakten Vans, andererseits zu raumgreifenden Teilintegrierten. Die einst dominierenden Mobile mit der Schlafnase über dem Fahrerhaus (Alkoven genannt) kommen fast nur noch als Mietwagen in den Markt, und später als Occasion zum Endverbraucher.

Die Komfortzone wird grösser

Entweder unauffällig sowie kompakt, oder überbordend mit 160 Liter-Kühlschrank und Backofen. Komfort macht sich auch in den günstigen Fahrzeugen breit. Flachbildschirm und Sat-Antenne sind (als georderte Zusatzausrüstung) gesetzt, neu soll in der Enge des Raumes auch noch ein Plätzchen für die Kaffeemaschine vorgesehen sein.

Die Aussenlänge bei Vans beginnt neuerdings verstärkt bei rund fünf Metern, welche zu Wohnmobilen ausgebaut werden – Fahrzeuge auf Basis der grossen Kastenwagen à là Fiat Ducato. Damit findet man sogar einen Parkplatz parallel zur Strasse und mit 205 cm Breite bleiben sie einigermassen stadttauglich. Marktführer ist die Vertriebsorganisation Pössl, welche neben der Stammmarke zusätzliche Labels wie Globecar, Clever Mobile und kürzlich Roadcar ins Leben gerufen hat, um noch schlagkräftiger auftreten zu können. Neu forciert Pössl die Ausbauten auf dem Citroën Jumper. Diese sind weitgehend baugleich zum Fiat, aber mit eigenen Motoren ausgestattet, welche statt mit der SCR-Abgastechnik mit AdBlue funktionieren.

Suisse Caravan Salon 2016

Lounge statt Dinette im neuen Wohnwagen «Camper» von Dethleffs

Suisse Caravan Salon 2016

 

Hubbetten als Schlafstelle über dem Wohnzimmer sind für viele Teilintegrierte optional lieferbar, kosten aber Nutzlast.

Die Auswahl ist immens

Wer auf einen bestimmten Grundriss fixiert ist, sollte lange vor den geplanten Ferien einen Händler kontaktieren. Es ist für die Spezialisten schlicht ein Ding der Unmöglichkeit, sämtliche vom Hersteller verfügbaren Fahrzeuge am Lager zu halten. Was es da schon auf zehn bis 13 m² alles gibt, abgesehen von Küche, Sanitärzelle und der so genannten Dinette: Doppelbett hinten quer oder längs, Einzel-Längsbetten mit Mitteldurchgang, Längsdoppelbetten, auf dem Fahrzeugboden montiert oder erhöht, damit sich darunter eine Heckgarage breit machen kann.

Bei den grösseren Wohnmobilen, speziell bei den Teilintegrierten, welche mittlerweile gut ein Drittel der Neuzulassungen ausmachen, hat sich die clevere Innenarchitektur mit Raumbad branchenweit durchgesetzt. Diese Entwicklung wirkt sich ebenso raumgreifend auf die Fahrzeuglänge aus wie der vermehrte Wunsch nach längs installierten Einzel- oder Doppelbetten.

Die Franzosen setzen auf unkonventionelle Grundrisse

Zusätzliche Hubbetten für den Fall, dass man gelegentlich die Enkel mitnehmen will, erfreuen sich steigender Beliebtheit. Speziell die Franzosen überraschen mit unkonventionellen Grundrissen. Beispiel der Chausson 728 EB mit zentraler Spüle und Hubbett, sowie Raumbad und längsinstalliertem Queensbett.

Nicht alles, was beeindruckt, ist auch praxisgerecht: Der Suisse Caravan Salon in Bern ist eine gute Gelegenheit, die Grundrisse auf ihre Alltagstauglichkeit zu prüfen.

Weltweit wächst der Markt grosser und sündhaft teurer Reisemobile schneller als das Caravaning überhaupt. Davon profitiert auch das Familienunternehmen Maurer Fahrzeugbau aus Roggwil BE, welches sieben bis 14 Meter lange Fahrzeuge mit monoblockartigem (einteiligem ) Aufbau in der Schweiz konstruiert, und dann in Portugal produzieren lässt. Die Preise der Starliner by Maurer sind immer auf Anfrage. Hauptsache abgehoben und gerne mit ausfahrbaren Erkern, welche die gute Stube und/oder das Schlafzimmer auf dem Abstellplatz beidseitig verbreitern.

Facts

Suisse Caravan Salon 2016
www.suissecaravanasalon.ch

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Datum:  27. bis 30. Oktober 2016
Ort: Wankdorf Bern. Mit dem Auto den Wegweisern BEA bern expo folgen. Parkplätze werden zugewiesen
ÖV: ab HB Bern Tram Nr. 9 bis Guisanplatz
Öffnungszeiten:  Donnerstag – Montag 9.30 bis 18.00 Uhr, Freitag bis 20.00 Uhr (ab 18.00 Uhr freier Eintritt). Das Gelände ist rollstuhlgängig
Eintrittspreise: Erwachsene 15 CHF, AHV u.a. 10 CHF, Kinder bis 16 Jahre gratis, Hundehort 10 CHF /Tag; Hunde in der Messe nicht erlaubt; Ermässigter Eintritt für GA-Inhaber am Bahnhof verfügbar (10 statt 15 CHF)
Stellplätze: Unmittelbar beim Messegelände, Mindestbelegdauer 4 Stunden à 6 CHF

 

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Bilder: zVg

Autor: Jürg Wick

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