Fahrzeug Occasionen ACS

Der Technische Dienst gibt

Tipps für Fahrzeug-Occasionen

Nicht nur im Pannenfall, auch beim Kauf von Fahrzeug-Occasionen kümmert sich der ACS um die Anliegen der Mitglieder. Wenn Reparaturkosten und Neuanschaffungen eines Automobils anstehen, hilft der Technische Dienst mit Rat und Tat fachlich weiter.

Peter_Ritzmann Peter Ritzmann vom ACS-Team weiss, welche Themen besonders häufig im Zusammenhang mit der Anschaffung von Fahrzeug-Occasionen angefragt werden. Wir haben ihn um Tipps gebeten, was man beim Kauf eines Gebrauchtwagens beachten sollte.

Worauf ist bei einem Fahrzeug-Occasionen-Kauf grundsätzlich zu achten?

Peter Ritzmann In jedem Fall muss der Käufer eines gebrauchten Automobils wissen, dass er unter Umständen einer geringere oder gar keine Garantieleistung mit dem Kaufvertrag akzeptiert. Bei Neuwagen ist Gratis-Service bis 60.000km inklusive. Je nach Vertrag sind da zwei bis fünf Jahre Garantieleistungen drin. Bei Occasionen werden Garantieleistungen sehr variabel gehandhabt. Da kann der neue Besitzer im Schadensfall auf das vermeintlich günstige Angebot natürlich ordentlich draufzahlen.

Wie wichtig ist es, einen Wagen mit Service-Heft zu erwerben?

Peter Ritzmann Ich würde grundsätzlich den Kauf eines Wagens mit Service-Heft empfehlen. In diesem Heft sind alle Inspektionen verzeichnet. Man kann ablesen, welche Bauteile erneuert wurden und sehen, ob der Wagen gepflegt ist. Typische Occasionen sind ein bis drei Jahre alt. Die Wagen stammen von Vielfahrern, die einen Neuwagen fahren und dann meist ohne Wartung abstossen wollen. Fehlen die vom Hersteller angesetzten Inspektionen, wird der Preis heruntergestuft. Ein anderer Aspekt ist, dass wir mit dem Wartungsheft abschätzen können, ob der angezeigte Kilometerstand realistisch ist oder ob hier unter Umständen manipuliert wurde. Die Werte müssen zusammenpassen.

Wer hat die besseren Angebote: Fachgaragen oder Privatanbieter?

Peter Ritzmann Ich empfehle ganz klar, gebrauchte Fahrzeug-Occasionen beim Fachmann zu kaufen. Das heisst, nicht von privat und nicht von sogenannten Wald-und-Wiesenhändlern. Das hat zwei Gründe: Privatverkäufer verlangen meist zu viel für ihren Gebrauchten und geben ausserdem – genau wie die Wiesenhändler – keine Garantieleistungen. Man kauft die Katze im Sack. Und die kann sich dann schnell zum Fass ohne Boden entwickeln. Immer wieder kommen Anfragen von ACS-Mitgliedern, die wenig Erfahrung mit dem marktüblichen Preisgefüge haben. Dann schauen wir gemeinsam die Eckdaten an. Privatverkäufer, muss ich sagen, sind da meist zu teuer.

Das heisst, ACS-Mitglieder können ausgewählte Angebote vom Technischen Dienst prüfen lassen?

Peter Ritzmann Richtig. Wir übernehmen nicht nur die Prüfung von Reparaturrechnungen, beispielsweise nach einem Pannenfall. Wir bieten unseren Mitgliedern auch den Service, eine Auswahl von Kaufoptionen zu bewerten.

Auf welchen Wertetabellen oder statistischen Vorgaben basieren Ihre Einschätzungen?

Peter Ritzmann Wir orientieren uns an den Vorgaben, die Eurotax bereitstellt. Darin sind Kilometerstand, Alter und Zustand des Wagens, aber auch Extras und Sonderausstattungen enthalten. Eine zweite Quelle zur Bewertung liefert uns auto-i-dat.

Wie schneiden Unfallwagen ab?

Peter Ritzmann Hier kann man keine allgemeingültige Aussage treffen. Ich rate nicht grundsätzlich vom Erwerb von Fahrzeugen mit Unfallhistorie ab. Es kommt darauf an, welchen Schaden das Auto hatte. Rahmenschäden sind schlecht. Wir schauen drauf, wer den Schaden repariert hat – ein Fachmann? Dazu kann man sich die Rechnung zeigen lassen und prüfen, was alles gemacht wurde und ob die neu eingebauten Teile gute Qualität besitzen. Ein einfacher Tipp: War der Unfallwagen mit einer Vollkasko-Versicherung abgesichert, ist von einer fachlich korrekten und vollständigen Reparatur auszugehen.

Bei dem immensen Aufgebot an Offerten in Online-Portalen könnte man meinen, die Preise sinken, um überhaupt verkaufen zu können. Ist das auch Ihre Erfahrung?

Peter Ritzmann Nein, das kann ich nicht bestätigen. Denn auf den Online-Plattformen bieten Privatpersonen an und gehen in über 90 Prozent der Fälle mit überhöhten Preisen in das Rennen. Ich erwähnte es bereits. Die Regel «Überangebot reduziert den Preis» greift hier nicht. Natürlich gibt es unter den Offerten auch das eine oder andere gute Angebot. Man muss es nur finden.

Frage zum Schluss: Dürfen Sie als Technischer Dienst Händler und Plattformen empfehlen?

Peter Ritzmann Der ACS ist eine unabhängige Institution. Deshalb ist es nicht unser Anliegen und auch nicht gestattet, explizit auf Händler oder bestimmte Automarken zu verweisen. Wir arbeiten demnach reaktiv: Mitglieder kommen mit konkreten Anfragen auf uns zu, wir bewerten diese, indem wir den Kauf empfehlen oder davon abraten.

Vielen Dank.

 

Technischer Dienst des ACS

Der Technische Dienst ist ein Angebot des Automobil Club der Schweiz für alle seine Mitglieder. Die neutralen Experten stehen den Mitgliedern wie folgt zur Verfügung:

Herr Peter Ritzmann
E-Mail acs.ritzmann@icloud.com
Telefon direkt +41 52 503 80 90

Die Sektion beider Basel erreichen Sie gesondert unter Telefon +41 61 465 40 40.
Für Mitglieder der Sektion Mitte steht Herr Thomas Kohler unter Telefon +41 62 836 04 04 zur Verfügung.

Für ACS Mitglieder sind die unter Punkt „Umfang Technischer Dienst“ erwähnten Leistungen kostenlos. Gegen eine Gebühr von CHF 50.– beraten wir jedoch gerne auch Nicht-Mitglieder.

Weitere Informationen zum Technischen Dienst des ACS finden Sie auf unserer ACS-Webseite.

Autor: Janine Weise

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