le service de dépannage de l’ACS

Starthilfe, Abschleppen & Co.

Unterwegs mit dem ACS-Pannendienst Bern

Es ist ein verregneter Julimorgen, als ich die Garage der Th. Willy AG in Bern erreiche. Ich bin verabredet mit Pannendienstmitarbeiter Philipp Morgenegg. In seinem Patrouille-Wagen ist heute ein Platz für mich reserviert. Ich möchte herausfinden, wie der Alltag beim ACS-Pannendienst aussieht. Wie routiniert sind die Abläufe, wenn man bis zu 25 Mal am Tag ausrückt, um stehen gebliebene Lenker zurück in den Verkehrsfluss zu helfen?

Konzentrierte Ruhe beherrscht das Büro und die Werkstatt an der Freiburgstrasse um 9 Uhr morgens. Philipp, der bereits drei Stunden Dienst hat, zeigt mir seinen Arbeitsplatz. Wie überall sind Telefon und Computer auch hier die wichtigsten Kommunikationsinstrumente zur Bearbeitung neuer Pannenfälle. Er nimmt heute die Anrufe der Vertragspartner entgegen und koordiniert die Einsätze in Absprache mit Adrian Jost, dem Leiter Pannendienst.

Schnell ist klar: Kommt eine neue Anfrage rein, wird umgehend agiert – egal ob gerade ein heisser Kaffee in der Tasse lockt. Maximal dreissig Minuten sollen ACS-Mitglieder auf Hilfe warten müssen. Das Team prüft dennoch genau, wie am effektivsten geholfen werden kann: Wird der Lenker aufgrund der geschilderten Sachlage anschliessend weiterfahren können oder benötigt das Fahrzeug eine Reparatur in der Garage? Empfiehlt es sich, mit dem Seil abzuschleppen oder ist das Fahrzeug aufzuladen die bessere Alternative? Wird ein Mietwagen gebraucht?
Mit 40 Jahren Erfahrung im Job kann das zwölfköpfige Team der Th. Willy AG diese Faktoren treffsicher abwägen. Seit 1976 ist der Dienstleister für Pannenhilfe zur Stelle, wenn der Wagen ungewollt stehen bleibt.

Die Batterie als häufige Pannenursache

Der nächste Call kommt rein. Ein Töfflenker blieb an einer Ampel stehen und benötigt Starthilfe. Die Batterie? „Sehr wahrscheinlich!“ sagt Philipp und schon sitzen wir im Wagen. Es regnet noch immer, was das Warten auf den Pannendienst erheblich unangenehm macht. Wir sind schnell da. Es war die Batterie und 20 Minuten nach dem Notruf fährt der Herr auf seinem Motorrad weiter. Probleme mit der Batterie gehören laut Philipp zu den häufigsten Ursachen von Pannen.

Nur zehn Minuten später rücken wir wieder aus. Ziel ist eine Einstellhalle in der Nähe. Dort wartet ein Herr. Er hat falsch getankt. Das kommt offensichtlich häufiger vor als ich vermute. Der Wagen streikt, an Weiterfahren ist ohne einen neuen Filter nicht zu denken – eine Reparaturarbeit für die Garage. Philipp Morgenegg erklärt kurz das Prozedere, dann wird das Abschleppseil an beiden Fahrzeugen befestigt, Anweisungen für den Lenker für die Überführung in die Garage erteilt und mit maximal 40km/h geht es raus auf die Strasse.

„Abschleppen ist bei längeren Strecken etwas heikel: Der Fahrer bzw. die Fahrerin des gezogenen Wagens muss entsprechend der Fahrweise des Abschleppfahrzeugs lenken und bremsen, darf nicht von hinten auffahren. Das schafft nicht jeder.“ so Philipp, und erzählt mir einige Episoden. Dennoch: Wer gut zuhört, was zu tun ist und konzentriert bei der Sache ist, sollte den Wagen einwandfrei in die Garage abschleppen können.

Ausrüstung Patrouille-Fahrzeug Pannendienst

Zurück in der Garage, lasse ich mir die Ausrüstung im Patrouille-Wagen zeigen: Batterien, Öl, Benzin und diverse Ersatzteile für die häufigsten Reparaturtätigkeiten am Pannenort liegen gut sortiert in einem selbst gebauten Verstausystem griffbereit. Daneben befinden sich Gegenstände, mit denen man Unfall- und Pannenstellen sicher absperren kann plus diverse Werkzeuge. Ein Feuerlöscher ist auch an Bord.

Unter den etwa 8’000 registrierten Einsätzen der Garage in 2015 befanden sich 5’900 Pannen und 750 Unfälle. Die Gesamtereignisse registrieren ebenfalls Abtransporte von Falschparkern – etwa 250 Einsätze in 2015. Interessant ist natürlich die Reparaturquote. Adrian Jost beziffert diese auf 65%. Ziel ist es stets, den Geschädigten mit Reparaturleisten am Pannenstandort zu helfen und direktes Weiterfahren zu ermöglichen. Er und sein Team denken kundenorientiert. Das zeichnet den ACS-Pannendienst aus.

Schnell reparieren und freundlich auftreten

Noch zwei weitere Male rücken wir an diesem eher ruhigen Tag aus, um ACS-Mitgliedern Starthilfe zu geben. In beiden Fällen ist wieder die Batterie Ursache der Panne. Ich sehe die Dankbarkeit der älteren Dame im ersten und der jungen Mutter mit Baby im zweiten Einsatz und verstehe, dass Philipp Morgenegg Recht hat. Die meisten Leute sind freundlich und dankbar, wenn er kommt. Ich hatte ganz ehrlich auch mit gestressten, leicht angesäuerten Menschen gerechnet. Das Gegenteil ist an diesem Tag der Fall. Ich erkenne auch, dass der Job als Pannenhelfer gute Fähigkeiten im Umgang mit Menschen verschiedensten Alters erfordert. Neben der fachlichen Kompetenz beeinflusst das Auftreten eines jeden einzelnen Pannenhelfers den Gesamteindruck, ob die Serviceleistung schlecht, gut oder sehr gut war.

Falschparker abschleppen

Während der Zwischenaufenthalte im Büro herrscht kein Däumchendrehen. Adrian Jost und Philipp Morgenegg bereiten einen Grosseinsatz vor. Demnächst führt die Tour de France durch Bern. Zahlreiche Gäste werden in der Stadt erwartet. Die Th. Willy AG soll die Falschparker entfernen. Die Vorbereitung läuft. Ein Anruf allerdings verursacht Unruhe: Für das gleiche Wochenende ist eine Demonstration mit 500 Beteiligten in der Stadt angemeldet worden. Jetzt müssen zusätzliche Kapazitäten geprüft und aufgebaut werden, damit der Auftrag verlässlich ausgeführt werden kann. Das Einsatzgebiet der Pannenhilfe ist breit und abwechslungsreich. Und bei der Th. Willy AG sind engagierte Fachexperten am Werk.

Ablauf im Pannenfall

1 PANNE
2 Anruf bei der ACS-Pannenhilfe
3 Aufnahme der Daten und Sachlage –
4 Telefonische Anfrage bei Pannendienst in der Nähe der Panne
5 bei Annahme des Auftrags: Detailübermittlung zum Fall per E-Mail
6 Pannendienst fährt zum Geschädigten
7 Reparatur am Pannenort / Transport in Garage mit anschliessender Reparatur
8 WEITERFAHRT

Die Pannenhilfe des ACS

Der ACS bietet seinen Mitgliedern europaweit kostenlose Pannenhilfe. Davon profitieren etwa 110’000 Mitglieder. Rund 20’000 Einsätze hat es 2015 gegeben – 64 Prozent davon konnten direkt vor Ort behoben werden.

ACS Pannendienst-Nummer +41 44 628 88 99

Informationen zu den ACS-Mitgliedschaften finden Sie auf unserer ACS Webseite.

Autor: Janine Weise

Wie gefällt Ihnen der Artikel?:

Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.